Fallstudie

Glastrennwände für Dental-Labor in Ingolstadt

Ludwig Künzl
AUTORLudwig Künzl
VERÖFFENTLICHT AM01.08.2026
Blick vom Empfang durch die geöffnete Glastür in den Laborbereich mit Arbeitsplätzen hinter rahmenlosen Glasfeldern
Weil die Trennung aus Glas statt aus Trockenbau besteht, erreicht das Tageslicht aus dem Laborbereich weiterhin die Empfangszone dahinter.

Herausforderung

In einem neu errichteten Dental-Labor in Ingolstadt standen im Frühjahr 2024 sehr viele Arbeitsplätze in einem einzigen zusammenhängenden Raumgefüge. Gefräst, geschliffen und ausgebildet wurde nebeneinander, dazu liefen Schulungen in Bereichen, die zwar als eigene Räume geplant waren, aber baulich nicht voneinander abgetrennt. Wer an einer Fräse arbeitete, war im Schulungsbereich zu hören. Trockenbauwände hätten das Problem gelöst und gleichzeitig zwei Dinge zerstört, die dem Betreiber wichtig waren: das Tageslicht in den inneren Bereichen und das offene Raumgefühl der neuen Fläche. Erschwerend kam die Grundrissgeometrie dazu. Die Trennung musste sternförmig laufen, in einer Y-Anordnung mit Winkeln, die nirgends bei 90 Grad lagen.

Lösung

Aufmaß und Montage mit eigenen Leuten

Bei einer Y-Anordnung liegt das Risiko im Aufmaß. Wir haben die Achsen, Winkel und Höhen vor Ort aufgenommen und daraus die Profilzeichnungen abgeleitet. Erst danach ging die Fertigung los. Diese Reihenfolge ist bei Sonderwinkeln nicht verhandelbar, weil ein falsch gefrästes Profil nicht nachjustierbar ist.

Montiert haben unsere eigenen Monteure. Bei GLAS KÜNZL laufen Beratung, Aufmaß, Fertigung nach Maß und Einbau aus einer Hand, ohne Subunternehmer dazwischen. Wer aufgemessen hat, steht auch beim Einbau in der Fläche und kennt die Entscheidungen aus der Planung. Das gilt bei einer Laborwand ebenso wie bei einer rahmenlosen Duschabtrennung in Ingolstadt, wo dieselben Millimeter über das Ergebnis entscheiden.

Der Einbau selbst lief in der Reihenfolge Profil, Festfelder, Zarge, Türblatt. Die Festteile wurden in die Nuten eingestellt und ausgerichtet, bevor die Tür eingehängt und die Dichtung eingestellt wurde.

Ergebnis

Warum Trockenbau für dieses Labor ausschied

Die Entscheidung gegen massive Wände fiel vor der ersten Zeichnung. Ein Dental-Labor lebt von gutem, gleichmäßigem Licht am Arbeitsplatz. Sobald du eine geschlossene Wand mitten in eine offene Fläche stellst, verlieren die dahinterliegenden Zonen ihren Tageslichtanteil und brauchen dauerhaft Kunstlicht. Dazu kommt der Ausbildungsbetrieb: Wer Auszubildende führt, will sehen, was an den anderen Plätzen passiert, ohne durch Türen laufen zu müssen.

Glas löst genau diesen Zielkonflikt. Die Fläche bleibt optisch zusammenhängend, das Licht wandert weiter durch den Raum, und trotzdem entstehen abgeschlossene Einheiten, in denen eine Schulung stattfinden kann, während nebenan gearbeitet wird. Für Betriebe mit vergleichbarer Ausgangslage haben wir das Vorgehen bei Glastrennwänden und Loft-Trennwänden in Ingolstadt zusammengefasst.

Die Y-Form bestimmte die gesamte Konstruktion

Drei Wandstränge treffen in diesem Labor an einem Punkt zusammen. Aus dieser Sternform ergeben sich Winkel, die weder ein Standard-Klemmprofil noch eine übliche Eckverbindung abbilden kann. Handelsübliche Systemprofile sind auf rechte Winkel und gelegentlich auf 135 Grad ausgelegt. Alles dazwischen bedeutet entweder eine sichtbare Bastellösung oder ein Bauteil, das für diese Fläche gefertigt wird.

Wir haben uns für die zweite Variante entschieden. Beim Aufmaß vor Ort wurden die tatsächlichen Winkel der drei Achsen aufgenommen, nicht die geplanten aus dem Grundriss. Diese Werte sind in die Fertigung der Profile eingeflossen. Der Unterschied zwischen Planwinkel und Bauwinkel ist bei einer Y-Verbindung besonders unangenehm, weil sich ein Fehler am Sternpunkt auf alle drei Stränge auswirkt und sich in den Fugen der Festfelder zeigt.

Gefräste Holzprofile mit Nut statt Systemrahmen

Die tragende Idee dieses Projekts sind die Holzprofile. Wir haben sie exakt auf die gemessenen Winkel zuschneiden lassen und mit einer Nut versehen, in die das Glasfestteil einläuft. Das Glas sitzt damit nicht in einer aufgesetzten Klemmleiste, sondern in einer Aufnahme, die den Winkel selbst bildet.

Das hat mehrere praktische Vorteile. Die Nut nimmt Maßtoleranzen auf, die bei einem Rohbau immer vorhanden sind. Die Glaskante liegt geschützt im Profil, was in einem Betrieb mit Werkstattcharakter sinnvoll ist, weil dort Wagen, Kisten und Geräte bewegt werden. Und die Ansicht bleibt ruhig, weil pro Stoß nur ein Bauteil sichtbar ist. Am Sternpunkt selbst laufen die drei Achsen in ein Profil, das alle Winkel gleichzeitig aufnimmt. Dieses Bauteil war das aufwendigste Einzelstück im ganzen Auftrag.

Holz war hier auch eine gestalterische Entscheidung. Ein Labor mit vielen technischen Oberflächen bekommt über das Profilmaterial einen wärmeren Ton, ohne dass die Wand schwer wirkt. Wer die gleiche Aufgabe in einer reduzierten Metalloptik lösen will, ist bei unseren Eigenentwicklungen Slim.Industrial mit 20 und 40 mm Ansichtsbreite oder bei der sprossenlosen Variante Slim.Transparent richtig. Alle Varianten findest du unter Raumtrennung aus Glas nach Maß.

Glasaufbau: VSG 12 mm in den Festfeldern, ESG 10 mm im Türblatt

Die Festelemente bestehen aus 12 mm Verbundsicherheitsglas, das Türblatt aus 10 mm Einscheibensicherheitsglas. Diese Aufteilung folgt der Nutzung. Die Festfelder stehen dauerhaft in einer Fläche, in der gearbeitet und transportiert wird. VSG hält im Schadensfall die Bruchstücke in der Folie, das Feld bleibt stehen und die angrenzenden Arbeitsplätze bleiben nutzbar, bis Ersatz da ist. Das Türblatt dagegen wird täglich bewegt, hängt an Beschlägen und profitiert von der höheren Kantenfestigkeit und dem geringeren Gewicht von ESG.

Welcher Aufbau in einer Trennwand tragfähig ist, entscheidet sich an der Einbausituation: Höhe des Elements, Feldbreite, Art der Lagerung im Profil und die Frage, ob Personen dagegen laufen oder Lasten anschlagen können. Den übergeordneten Rahmen dafür bildet DIN 18008 für Glas im Bauwesen. Die konkreten Dicken haben wir beim Aufmaß festgelegt, nachdem die Feldgrößen der drei Achsen feststanden. Das Glas kommt fertig konfektioniert zu uns und wird vor Ort eingebaut.

Blockzarge mit Gummidichtung für die Schulungsräume

Die Tür hat den größten Anteil am akustischen Ergebnis. Eine Glastür in einer Standardzarge lässt an drei Seiten Luft und damit Schall durch. Wir haben deshalb eine Blockzarge eingesetzt, in der eine umlaufende Gummidichtung sitzt. Das Türblatt wird beim Schließen gegen diese Dichtung gepresst und der Spalt zwischen Blatt und Zarge geschlossen.

Spürbar wird das im Alltag genau dort, wo der Betreiber das Problem hatte. Wenn im Schulungsraum eine Unterweisung läuft und draußen jemand fräst, bleibt der Arbeitslärm deutlich reduziert. Vollständige Stille liefert keine Glaswand, das gehört zur ehrlichen Erwartung dazu. Für Situationen, in denen der Schallschutz noch weiter hochgezogen werden muss, arbeiten wir mit Folienaufbauten im Glas. Wie das aussieht, zeigt die Fallstudie zu Glastrennwänden im Büro in Ingolstadt mit Schallschutzfolie.

Ergebnis: getrennte Bereiche, gleiches Licht

Das Labor hat jetzt abgetrennte Einheiten in Y-Anordnung, ohne dass ein Bereich dunkler geworden ist. Schulungen und Kurse laufen in den einzelnen Räumen unabhängig voneinander, während in den anderen Zonen produziert wird. Die Fräs- und Bearbeitungsgeräusche von einem Arbeitsplatz stören die Nachbarbereiche deutlich weniger als vorher.

Geöffnete Glastür in schwarz gerahmter Trennwand, dahinter Laborraum mit Arbeitsplätzen und Bürostühlen
Die raumhohen Festfelder treffen im Winkel aufeinander und lassen das Tageslicht aus dem Laborbereich bis in den Flur durch, obwohl die Einheiten getrennt sind.

Der offene Eindruck der neuen Fläche ist erhalten geblieben. Vom Sternpunkt aus siehst du in alle drei Achsen, die Raumtiefe bleibt lesbar, und die Wände wirken nicht wie ein nachträglicher Einbau, sondern gehören zur Geometrie des Grundrisses.

Projektfakten

  • Objekt: neu errichtetes Dental-Labor, Gewerbeprojekt in Ingolstadt
  • Zeitraum: Frühjahr 2024
  • Leistung: Glastrennwände nach Maß in Y-Anordnung
  • Glas: VSG 12 mm als Festelemente, ESG 10 mm als Türblatt
  • Profile: Holzprofile, auf die vor Ort gemessenen Winkel gefräst, mit Nut zur Aufnahme der Festfelder
  • Tür: Blockzarge mit umlaufender Gummidichtung
  • Ausführung: Aufmaß, Fertigung nach Maß und Montage durch GLAS KÜNZL mit eigenen Mitarbeitern

Kontakt & telefonisches Erstgespräch

Du planst eine Trennung in einem Labor, einer Werkstatt oder einem Praxisbereich und willst Licht und Übersicht behalten? Dann ruf uns an und schilder die Situation. Im ersten Gespräch klären wir, ob Festfelder mit Tür ausreichen, welche Winkel im Spiel sind und ob eine Blockzarge für deinen Schallschutzbedarf passt. Wenn es passt, kommen wir zum Aufmaß nach Ingolstadt oder in die Region. Telefonisches Erstgespräch vereinbaren.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Lassen sich Glastrennwände auch in schrägen Winkeln bauen?

Ja. Standardprofile decken meist rechte Winkel ab, alles andere wird über gefertigte Profile gelöst. In diesem Labor haben wir Holzprofile auf die vor Ort gemessenen Winkel der Y-Anordnung fräsen lassen und die Glasfestteile in eine eingearbeitete Nut gestellt. Voraussetzung ist ein Aufmaß am Bau, weil die tatsächlichen Winkel selten exakt den Planwinkeln entsprechen.

Warum VSG in den Festfeldern und ESG in der Tür?

Verbundsicherheitsglas hält bei einem Bruch die Scherben in der Zwischenschicht, das Element bleibt stehen. Das ist bei festen Feldern in einer belebten Arbeitsfläche sinnvoll. Einscheibensicherheitsglas ist leichter und kantenfester und passt deshalb zum täglich bewegten Türblatt. Welche Dicke jeweils richtig ist, hängt von Feldgröße, Höhe und Lagerung ab.

Wie viel Ruhe bringt eine Glastrennwand mit Blockzarge?

Spürbar mehr als eine Tür mit offenem Spalt, weil das Blatt gegen eine umlaufende Gummidichtung gepresst wird und der Schallweg über die Fuge wegfällt. Eine Glaswand ersetzt keinen akustisch ausgebauten Raum. Für höhere Anforderungen arbeiten wir mit dickeren Aufbauten und Schallschutzfolie im Glas.

Wird jede Glastrennwand nach Maß gefertigt?

Ja. Wir nehmen die Einbausituation vor Ort auf und legen daraus Glasaufbau, Profile, Befestigung und Beschläge fest. Standardmaße gibt es nicht, weil Rohbauten Toleranzen haben und Anschlüsse an Boden, Wand und Decke selten identisch sind.

Wer übernimmt die Montage?

Unsere eigenen Mitarbeiter. GLAS KÜNZL arbeitet ohne Subunternehmer, von Beratung und Aufmaß über die Fertigung nach Maß bis zum Einbau. Der Sitz ist Ingolstadt, gearbeitet wird bayernweit und bei größeren Projekten auch darüber hinaus.

Wie startet ein vergleichbares Projekt?

Mit einem Telefonat über Fläche, Nutzung und Grundriss. Danach kommen wir zum Aufmaß, klären die Winkel und Anschlüsse und legen fest, welche Glasaufbauten und Profile in Frage kommen. Erst danach beginnt die Fertigung.

Ludwig Künzl
Ludwig Künzl · GLAS KÜNZL

Glas-Spezialist aus Ingolstadt — alles rund um Glas aus einer Hand.

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